Geschichte, Ursprung und Entwicklung der KIAB – von Paris 1957 bis heute.
Im Jahr 1993 gründete Hanshi Alfred „Freddy" Kleinschwaerzer die Kun-Tai-Ko International Association of Budo (KIAB) – mit einer klaren Vision: einen Verband zu schaffen, der absolut unpolitisch geführt wird und jeder Stilrichtung eine Heimat bietet.
Freddy Kleinschwaerzer erkannte früh, dass die Verbandswelt im Kampfsport von politischen Machtinteressen geprägt war. Funktionäre nutzten ihre Positionen häufig zum eigenen Vorteil – auf Kosten der Sportler. Die KIAB sollte radikal anders sein: ein sportpolitikfreier Verband, der sich nicht in die inneren Belange einzelner Dojos einmischt.
Mit über 40 Jahren Erfahrung im Stil Kun-Tai-Ko ist er Inhaber des 10. Dan und international als Ausbilder tätig. In seiner Karriere arbeitete er für Bundesbehörden, die UN und die EU sowie als Sicherheitsbeamter an deutschen Botschaften weltweit.
Seit Mai 2017 führt seine Tochter Stefanie Kleinschwaerzer die KIAB als Geschäftsführerin – mit demselben Engagement und derselben Überzeugung, die den Verband von Anfang an geprägt haben.

Die KIAB steht für Offenheit und Multi Martial Arts. Wir waren einer der ersten Verbände in Deutschland, der Heimat für multiple Stilrichtungen war.
Wertevermittlung ist in der KIAB großgeschrieben. Sie ist eine der wichtigsten Grundlagen unserer Martial Arts Familie.
Wir organisieren ausschließlich Vereine, Sportschulen und kleine Verbände – keine Einzelmitgliedschaften. Kooperation statt Konkurrenz.
Gründer des Kun-Tai-Ko · Paris 1957 · Para-Commando · Leibwächter Charles de Gaulles
Kun-Tai-Ko – kurz KTK – wurde im Jahr 1957 in Paris von Lucien Victor Ott gegründet. Ott war zu dieser Zeit bereits ein hochrangiger Meister verschiedener Kampfkünste und Träger des 7. Dan im Ju-Jitsu, des 7. Dan im Karate-Do sowie des 1. Dan im Judo.
Lucien V. Ott war nicht nur Kampfkünstler, sondern auch ein hochdekorierter französischer Para-Commando-Veteran mit außergewöhnlicher militärischer Erfahrung. Sein Großvater fiel im Ersten Weltkrieg im Kampf um die Dardanellen in den Reihen der Chasseurs d'Afrique. Otts Vater schloss sich den Spahis, einer algerischen Kavallerieeinheit, an, bevor auch er in Verbindung mit der französischen Fremdenlegion stand.
Lucien Ott selbst wurde zum Unteroffizier des 1. Kavallerieregiments der Fremdenlegion befördert. Nach einer Verwundung in den Rif-Kriegen kehrte er in den aktiven Dienst zurück und diente in den neu aufgebauten französischen Para-Commando-Einheiten – in Indochina als Teil der 2nd Demi-Brigade SAS unter Colonel Bigeard. Viele seiner Kameraden fielen bei Dien Bien Phu; auch er wurde verwundet, geriet in Gefangenschaft der Viet Minh und konnte fliehen. Anschließend schloss er sich der GCMA an, einer Sondereinheit hinter feindlichen Linien.
Nach dem Krieg wechselte Ott zum Deuxième Bureau, dem französischen Nachrichtendienst. In Marseille brachte ihn sein Freund Jim Alcheik mit Karate und Aiki-Ju-Jutsu der Yoseikan-Schule unter Tetsuji Murakami in Kontakt. Aus dieser Begegnung entstand die Idee, eine eigene Stilrichtung zu schaffen – und schließlich Kun-Tai-Ko.
Ott wollte nicht nur ein effektives Selbstverteidigungssystem entwickeln. Ihm ging es ebenso darum, Werte, Philosophie und Ethik der asiatischen Kampfkünste zu integrieren. Kun-Tai-Ko sollte sowohl für harte, kompromisslose Selbstverteidigung geeignet sein als auch für jene, die sich mit den traditionellen Wurzeln und geistigen Grundlagen der Kampfkünste verbunden fühlten.
Der Name Kun-Tai-Ko bedeutet sinngemäß „Mächtiger kleiner Körper" – auch ein körperlich schwächerer Mensch soll sich in einer Notsituation kraftvoll und effektiv zur Wehr setzen können. Es handelt sich nicht um einen rein japanischen Begriff, sondern um eine Wortkombination mit chinesischen, japanischen und okinawischen Bezügen, inspiriert u.a. durch das Hexagramm Nr. 2 des Yin (Kun – weich) sowie Hexagramm Nr. 28 Da Guo (Überschreiten durch große Kraft).
Bereits 1956 wurde Ott beauftragt, neue Methoden für den Schutz französischer VIPs zu entwickeln. 1957 gründete er die International Bodyguard Association (IBA). Während seiner Tätigkeit im Kampf gegen den Terrorismus in Algerien wurde er von Minister Tinet ausgewählt, als persönlicher Bodyguard für Staatspräsident Charles de Gaulle zu arbeiten. Unter General de Monsabert entstand die Eliteeinheit „Les Gorilles" für den Schutz höchster staatlicher Repräsentanten.
Nach München, wo er eine Schule für Stuntmen betrieb und als Bodyguard im Showbusiness tätig war, kehrte Ott Mitte der 1970er-Jahre nach Brüssel zurück. Er eröffnete seine Schule „Defense & Security" in Uccle und bildete u.a. die königlich-belgische Polizeiakademie aus. In Bayern – in der Wendelsteinhalle in Brannenburg bei Rosenheim – hatte er ein zweites Dojo in Deutschland eröffnet. Zu seinen frühen deutschen Schülern zählten Walter Smigielski und Norbert Punzet, die Kun-Tai-Ko in viele Länder trugen: Belgien, Deutschland, Irland, die Schweiz, die USA, die Türkei, Spanien und weitere.
Im Dezember 1989 wurde bei Lucien V. Ott Krebs im Endstadium diagnostiziert. Er verstarb im Februar 1990 im Erasmus-Institut in Anderlecht, Brüssel.
Es war sein ausdrücklicher Wunsch, dass James G. Shortt sich um die Belange des Kun-Tai-Ko und der IBA kümmern sollte. Im Jahr 2012 wurde Hanshi Alfred „Freddy" Kleinschwaerzer durch Didier Max Ott – den Sohn des Gründers – sowie durch James G. Shortt offiziell in die Nachfolge Lucien V. Otts berufen. Durch Testamentsübergabe und ein Autorisierungsschreiben der Familie Ott wurde ihm die Verantwortung übertragen, die gesamte Lehre Lucien V. Otts – Kun-Tai-Ko und Defense & Security – zu bewahren und weiterzuführen.
Bis heute sieht Alfred Kleinschwaerzer seine Aufgabe darin, dieses Erbe mit Respekt, Verantwortung und fachlicher Tiefe weiterzutragen – nicht zur persönlichen Selbstdarstellung, sondern zur Bewahrung einer Lehre, die aus außergewöhnlicher militärischer Erfahrung, realem Personenschutz, traditioneller Kampfkunst und einem klaren Werteverständnis entstanden ist.
Der Weg von Paris 1957 bis zur heutigen KIAB – eine Geschichte voller außergewöhnlicher Menschen.
„Kun-Tai-Ko wurde 1957 in Paris durch Lucien Victor Ott gegründet – einem hochrangigen Meister verschiedener Kampfkünste, Veteranen der Französischen Fremdenlegion und späteren Leibwächter des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle."
Lucien Victor Ott, 7. Dan Ju-Jitsu, 7. Dan Karate-Do und 1. Dan Judo, gründet in Paris den Stil Kun-Tai-Ko. Er verbindet Elemente aus chinesischen, japanischen und okinawischen Kampfkünsten zu einem einzigartigen System, das Philosophie, Ethik und praktische Selbstverteidigung vereint.
Lucien Ott gründet die International Bodyguard Association (IBA) – eine Organisation, die weltweit Beachtung findet. Er arbeitet als persönlicher Leibwächter für Staatspräsident Charles de Gaulle und wird als weltweit führender Experte für Personenschutz anerkannt.
Lucien Victor Ott verstirbt im Februar 1990 in Brüssel an Krebs. Sein Sohn Didier Max Ott und James G. Shortt führen sein Erbe weiter. James G. Shortt übernimmt als Nachlassverwalter von Lucien V. Ott für Kuntaiko und die IBA.
Hanshi Alfred Kleinschwaerzer gründet in Rosenheim die Kun-Tai-Ko International Association of Budo (KIAB) mit dem Ziel, einen politikfreien, offenen Verband für alle Kampfsportler zu schaffen. Der Verband wird durch Japan offiziell anerkannt.
Stefanie Kleinschwaerzer übernimmt als Geschäftsführerin die Leitung der KIAB. Als ausgebildete Gewaltpräventionstrainerin (IHK), ehemalige Europameisterin im Kickboxen und 4. Dan Kun-Tai-Ko führt sie den Verband erfolgreich in die Zukunft.
Die KIAB ist heute in über 15 Ländern aktiv und vereint Kampfsportler, Schulen und Verbände aus aller Welt. Mit Repräsentanten in Deutschland, Kosovo, Türkei, USA, England, Irland und Österreich ist die KIAB eine echte internationale Familie.